Stürme, Dürre und Borkenkäfer lösen Kalamität aus

Stürme, Dürre und Borkenkäfer lösen Kalamität aus

Das vergangene Jahr hat den Wäldern in Deutschland enorm zugesetzt und zu einer Kalamität geführt. Erst richteten verschiedene Sturmtiefs große Schäden an, allen voran „Friederike“. Dann blieb monatelang der Regen aus. Infolge der Dürre konnten sich Insekten im bereits angesammelten Schadholz rasant vermehren. Schnell griffen vor allem Buchdrucker und Kupferstecher, beides rindenbrütende Borkenkäfer, auf noch gesunde Bäume über, um den Holzgewächsen die Nahrung streitig zu machen. So ist 2018 in vielen Wäldern Deutschlands eine Situation eingetreten, die als Kalamität bezeichnet wird, eine schwere Schädigung der Pflanzenkulturen.

Marktsättigung mit minderwertigem Holz

Um die Wälder vor weiteren negativen Folgen zu schützen, musste das schadhafte Holz geschlagen werden. Damit landeten in kurzer Zeit viel größere Mengen des Werkstoffs auf dem Markt als bei einer regulären Ernte. Dabei handelt es sich um Material, das aufgrund fehlender Kapazitäten und Personal weder gelagert noch in Sägewerken verarbeitet werden kann. Um massenhaft verfügbares Holz, das mangels Qualität wenig Verwendung und Abnehmer findet.

Infolgedessen kam es zunächst zu einem generellen Preisverfall am Markt. Gleichzeitig haben Aufräumarbeiten, Wiederbepflanzungen, Sortierung von Hölzern und die Einhaltung von Industriestandards hohe Kosten verursacht. So sind unter dem Strich die Preise für Hölzer von hochwertiger Beschaffenheit deutlich gestiegen.

Auswirkungen auf Paletten und andere Holzpackmittel

Doch die Hersteller von Paletten und anderen Holzpackmitteln sind auf Material von guter Qualität angewiesen. Denn die angebotenen Produkte müssen nicht nur die eigenen Maßstäbe erfüllen, sondern auch verschiedene Sicherheitsstandards. Nur so lassen sich Personen, die mit den Paletten hantieren, und die beförderten Güter schützen. Doch ein Großteil des angebotenen Holzes eignet sich nicht, um ISPM 15 oder andere Richtlinien einzuhalten.

So konkurrieren die Hersteller von Holzpackmitteln zum einen um ein geringer werdendes Angebot an geeignetem Material, bei gleichzeitig steigenden Beschaffungskosten. Zum anderen lässt sich in den erworbenen Werkstoffen der Schädlingsbefall nicht immer sofort erkennen oder umgehen. Neben der Exportbehandlung nach IPPC Standard entsteht dadurch immer häufiger ein Mehraufwand durch Holzsortierung und -trocknung.

Ausblick auf 2019

Experten befürchten, dass sich die Kalamität bei einem weiteren trockenen Sommer noch verschärfen könnte. Dadurch würde sich die auf dem Markt verfügbare Menge an schadhaftem Holz weiter erhöhen, während die Menge an erhältlichem Frischholz weiter sinkt. Die Folge wären weiter steigende Beschaffungskosten, die an die Kunden weitergegeben werden müssten. Selbst Versorgungsengpässe wären dann nicht ausgeschlossen. Schließlich hängen vom Warentransport auf Paletten ganze Wirtschaftskreisläufe ab.

Besonders der Güterverkehr über die Grenzen Europas hinaus dürfte unter der anhaltenden Kalamität zu leiden haben. Schon jetzt bedarf es erheblicher Anstrengungen, um mit dem verfügbaren Holz Richtlinien wie ISPM 15 zu erfüllen. Gleichzeitig schrauben Länder wie die USA die Anforderungen an Paletten immer höher, um über Umwege ihre Wirtschaft vor Importprodukten abzuschirmen. Auch hier müssen Lieferanten zukünftig mit steigenden Zusatzkosten rechnen.